designpaedagogik

Ausbildung und Fortbildung zur Kunstpädagogik und Werkpädagogik in den Kursen von Roland Oesker

Design-Pädagogik, Kunst/Werken in der kulturellen Bildung und die System-Bildung.

System-Bildung ist ein Begriff, der schon 1987 in der Diskussion um Lehr-Lernforschung und in der Förderung von Kindern und Jugendlichen in der kulturellen Bildung aufkam. Im Mittelpunkt der Überlegungen rückte damals auch der Begriff der „Interdisziplinarität“. Dazu führte eine Entwicklung, die rasant ihren Anfang nahm und in den Auswirkungen bis heute sichtbar ist. Es war einerseits die steigende Nachfrage nach den „Außerschulischen Bildungsangeboten“ , die feste Etablierung der Arbeit mit Film/Video/Fotografie und selbständiger Audioproduktion in diesen Bildungsangeboten und das Wachsen der Angebote auch gestalterisch mit Computern zu arbeiten. Hinzu kam die besondere Entwicklung der Jugendkunstschul-Bewegung. Hier tat sich ein Gebiet auf, dass im Grunde als neues Berufsfeld für die außerschulische Pädagogik angesehen wurde. Hier verbanden sich in der Folge die genannten technischen Bildmedien und die selbständige Audioarbeit (Hörspiel, Reportage, Ton-Dia-Präsentation, Filmvertonung) mit den klassischen Formen Theater und Musik. Hinzu kam, dass die Kunst-Performance, in den 70igern aus Happening und DADA-Renaisance geboren und durch Documenta-Kassel auch in Deutschland etabliert, zu einem festen Bestandteil außerschulischer Kunstpädagogik wurde. Das traf zudem auf eine relativ bedeutsame Struktur der Rhythmischen Erziehung und Tanzpädagogik in dieser Zeit. Nun gab es dazu passend noch eine weiter Begriffs-Setzung, die in das außerschulische expandierende Berufsfeld im wahrsten Sinn des Wortes „hineinspielt“. Schon in den 70igern wurde dem Begriff Spiel ein neues Interesse entgegen gebracht. Schon die einfache Frage, was denn grundsätzlich ein Spiel sei brachte einen besonderen Diskurs zwischen verschiedenen Fachgebieten hervor. Kurz gesagt, die Spielpädagogik etablierte sich mit einem besonderen Hintergrund, auf den ich noch eingehen werde. Für den augenblicklichen Stand der Überlegungen ist wohl wichtig zu überlegen, dass in der Kunst des ausgehenden 19. und beginnenden 20.Jahrh. Zufallsprozesse, Gestaltung mit spielerischen Prozessen eine wichtige Rolle spielten. (Ich suche nicht ich finde!) Von DADA bis Performance ist diese Entwicklung ein Teil der Veränderung der Haltung zum künstlerischen Genie-Begriff. In diesem Kontext befindet sich auch der Gebrauch des Wortes Kreativität und für verschiedene Beteiligte erschien dieser auch sehr attraktiv zu sein. Die unvermeidliche und bitter notwendige Diskussion nach 1945 über die Frage „Was ist Kultur jetzt, nach dem was vor 1945 geschehen ist? stellte Weichen und war nicht unbeteiligt an der Frage: Was ist jetzt die Rolle des gestaltenden Menschen in der Welt? (WeltgestalterIn) Für viele Menschen gab es eine klare Entscheidung:

Kreativität ist ein Problembegriff. Auch schon in den 1980iger Jahren. In der zugespitzten Diskussion entsprechend der Kulturkritik nach dem Holocaust Ist -die Konstruktion der Vernichtung menschlichen Lebens, die Konstruktion
der Lagerstruktur, die der Gaskammern und Verbrennungsöfen im KZ eine kreative menschliche Leistung-. Das kann durchaus auch über die Erfindung der Atombombe gesagt werden.
Für eine Erziehung zur Fähigkeit das Leben der Menschen mit gestalteten Dingen zu bereichern, die für das Leben eine kulturelle Bedeutung haben können, ist der Begriff untauglich geworden.
Eine Möglichkeit ihn zu ersetzen kann sich durch den Fachbegriff der Tätigkeit ergeben. besonders in Verbindung mit dem Begriff der Persönlichkeit. Begründet durch die Notwendigkeit
des persönlichen Wissens und der „selbsttätigen“ Erfahrung, beides ist Antrieb und Bedingung für die „Gestaltung des Neuen“ (Durch Selbsttätigkeit verändert sich die Persönlichkeit,
nicht der eigene Antrieb und die eigene Zielsetzung stehen dabei im Fokus sondern „Erzeugung des Neuen“ in der eigenen Persönlichkeit und im eigenen Wissen.)